Nach achtmonatiger Bauzeit gaben Bürgervorsteherin Anja Evers und der 1. stellvertretende Bürgermeister, Rainer Steen, (Bild links), die neue Seeschlösschen-Seebrücke einschließlich des Fahrgastschiffsanlegers am Donnerstag, 28. Juni 2012, für die öffentliche Nutzung frei.

Viel Wirbel darum hatte es schon zu Beginn der Planungen im Jahr 2010 gegeben und zuletzt erneut durch den Rücktritt der Gemeinde vom Vertrag mit Jürgen Hunke, der auf dem Brückkopf ein Teehaus im asiatischen Stil errichten wollte.


?Die Firma von Jürgen Hunke hatte bis zuletzt die in den Verträgen vereinbarte Sicherheit nicht erbracht?, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Gemeinde Timmendorfer Strand.

Es sei zwar ein Sparbuch mit dem erforderlichen Guthaben übergeben worden, allerdings sei die Verfügung darüber nicht auf die Gemeinde übertragen worden. An sich hätte Jürgen Hunke die Sicherheitsleistung schon unmittelbar nach Vertragsschluss erbringen müssen. Nachdem dies nicht geschah, hatte die Gemeinde ihm hierfür vergeblich eine Frist bis zum 15.05.2012 gesetzt.

Über seine Anwälte ließ Jürgen Hunke sinngemäß erklären, dass er die Sicherheit jedenfalls so lange zurückhalten werde, wie die Gemeinde sich ihm gegenüber nicht zu zahlreichen ergänzenden Zusicherungen erklären würde.

Zuletzt war es mehrfach  zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Gemeinde und Jürgen Hunke gekommen, nachdem Jürgen Hunke immer wieder Nachbesserungswünsche zum Nutzungsvertrag mit der Gemeinde geltend gemacht hatte.

Unter anderem begehrte er, dass der Betrieb des öffentlichen Bistros aufgegeben werden und eine Kostenübernahme der Gemeinde für die Hausanschlüsse des Teehauses erfolgen solle ? ein Ansinnen, das der Gemeinde endgültig zu weit ging. ?Jürgen Hunke wollte beispielsweise das Teehaus für eigene, private Zwecke und Veranstaltungen nutzen?, so Rainer Steen, ?das zu diesen Zeiten für die Öffentlichkeit gesperrt werden sollte.?

Die Gemeinde wird nun entscheiden, ob sie ein Gebäude in Eigenregie errichtet werden soll ? dann unbelastet von langjährigen Nutzungsrechten privater Dritter. Parallel wird zu klären sein, ob Schadensersatzansprüche gegenüber dem Investor bestehen. Umgekehrt hatte Jürgen Hunke seinerseits damit gedroht, Schadensersatzansprüche gegen die Gemeinde geltend zu machen, wenn es nicht zum Bau des Teehauses durch ihn kommen sollte.

Nach dem Rücktritt von den Verträgen hatten sich die Gemeinde-Gremien dafür ausgesprochen, den Brückenkopf zunächst ohne Gebäude auszubauen. Diese umfangreichen Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende September 2012 andauern.

Gleichzeitig werden Verfahren und Abläufe für eine anderweitige attraktive Bebauung beraten. ?Wir sind optimistisch, einen Investor zu finden, der auch ein gastronomisches Angebot für die Öffentlichkeit realisiert?, ist sich Rainer Steen sicher. Die Familie von Oven, Besitzer des Hotels Seeschlösschen, habe sich allerdings nicht darum beworben, bestätigte er auf Nachfrage.

Immerhin ist die 135 Meter lange Seebrücke nun für die Einwohner und Gäste bis zum Brückenkopf, der durch einen Bauzaun abgesperrt und gesichert ist. begehbar.

Die Beleuchtung ist im Handlauf integriert. Außerdem erhalten die Pfahlköpfe eine Effektbeleuchtung in einer Lamellenkonstruktion sowie Streiflicht entlang der Pfähle. 2,6 Millionen Euro hat die Gemeinde letztendlich in den Bau der Brücke investiert, rund 800.000 Euro mehr als für die Planungen ohne Teehaus.

 

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