Die inzwischen 25-jährige Partnerschaft zwischen Scharbeutz und der spanischen Stadt Navajas in der Proinz Castellón wurde in diesem Jahr kräftig gefeiert.


Im April reiste eine große Reisegruppe von Deutschland nach Spanien, um dort zu feiern, Freunde zu treffen und interessante Ausflüge zu unternehmen. Am Samstag, 1. Oktober, richteten der Freundschafts- und Partnerverein sowie die Gemeinde Scharbeutz ein weiteres Fest aus.

 

Um 11 Uhr begann in der großen Halle an der Ostseegrundschule in Scharbeutz ein Festakt, der musikalisch vom Lübecker Jugend-Symphonie-Orchester unter dem neuen Chefdirigenten Jan-Michael Krüger, umrahmt wurde. Das Orchester hatte damit zum ersten Mal einen Auftritt in Scharbeutz.


Gespielt wurde zweimal zwanzig Minuten lang. Im ersten Teil erklangen die ersten drei Sätze der L?Alésienne-Suite von George Bizet, danach die Carmen Suite I. Besonders der zweite Teil der Aufführung sorgte für viel Beifall und der Ruf nach einer Zugabe wurde gerne erfüllt.


Neben Bürgervorsteher Dr. Klaus Nagel, dem spanischen Bürgermeister José Vicente Torres Escrig sowie dem Vorsitzenden des Scharbeutzer Partnerschaftsvereins, Joachim Kuhlmann, ließ es sich auch der inzwischen 89-jährige ?Vater der Städtefreundschaft?, Gerhard Ehrke, nicht nehmen, einige Worte zu sprechen (Bild links).


Zum Teil mit tränenerstickter Stimme ließ er die Entstehungsgeschichte, die Reisen nach Spanien, die er mitgemacht hat, und die Gegenbesuche der spanischen Freunde in der Vergangenheit ein wenig Revue passieren.


Joachim Kuhlmann nutzte die Gelegenheit, sich für ?das schönste Geschenk? zu bedanken, das Bürgermeister Torres Escrig, außer einem Bild der ?Jungfrau des Lichtes?, im Gepäck hatte.


 

?Wir hoffen sehr?, so Kuhlmann, ?dass durch den neuen Verein in Spanien, von dem Sie uns berichtet haben, der Besucheraustausch wieder belebt wird.? Denn von den angekündigten 25 Personen, die anreisen wollten, kamen am Ende nur der Bürgermeister von Navajas, sein Amtskollege Antonio Cases aus Vall de Almonacid und Übersetzerin Sarah Devesa vander Velden. Darüber freuten sich die Organisatoren des Festes umso mehr und der Feierlaune tat es keinen Abbruch.


Im Anschluss an den Festakt erhielt mit einer kleinen Zeremonie der Platz vor dem Scharbeutzer Bürgerhaus den inoffiziellen Namen ?Navajas-Platz?, auf dem bereits ein großer Findling an die Städtepartnerschaft erinnert.


In Spanien tragen bereis zwei Straßen die Namen des Städtepartners. Bereits bei der Gründung der Städtepartnerschaft wurde eine Straße zur ?Calle de Scharbeutz? und beim 20-jährigen Jubiläum wurde mit der ?Calle Gerhard Ehrke? dem Namensgeber eine besondere Ehre zuteil.



Wie alles begann, wird auf der Internetseite www.navajas.de geschildert:


Am 5. April 1978 wurde der 1. Internationale Reisemarkt in München eröffnet. Die Tourismusvertreter Schleswig-Holsteins lernten dort die Tourismusvertreter der Provinz Castellón kennen. Deren Leiter, Enriqe de Pablo Gali, Tourismusdirektor der Provinz Castellón lud die Schleswig-Holsteiner zu einem ersten Besuch ein.


In den Folgejahren traf man sich immer wieder auf internationalen Reisemärkten bei spanischem Wein und gutem Essen und die Spanier wiederholten stets ihre Einladung.


Als Gerhard Ehrke am 01.06.1980 Bürgermeister der Gemeinde Scharbeutz wurde, erzählte er seiner Gemeindevertretung begeistert von den Spaniern, dem Wunsch nach einer Partnerschaft und den wiederholten Einladungen.


Er konnte die Politiker von der Idee überzeugen im April 1983 war es dann soweit. Der Bürgermeister sowie zahlreiche Gemeindevertreter, Vertreter des Kreisausschusses, Landrat Dr. Wolfgang Clausen und der Vorsitzende des Landesfremdenverkehrsverbandes Schleswig-Holstein, Landrat Karl-Heinrich Buhse, reisten nach Castellón. Als Dolmetscherin fungierte Ingrid Schillhofer-Rodriguez.


Die deutsche Delegation war von der Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit sowie von Land, Leuten und Natur so begeistert, dass sie eine Gegeneinladung für den April 1984 aussprachen. Die Spanier kamen mit 52 Personen, darunter 12 Bürgermeister, Politiker, Presse und Fernsehen und lernten deutsche Kultur und deutsches Essen kennen.


Bürgermeister Ehrke fragte beim spanischen Landrat, Francisco Selsona an, welche Gemeinde der Provinz Castellón eine Partnerschaft mit Scharbeutz eingehen würde und erhielt wenige Tage später vom Alcalde (Bürgermeister) von Navajas, Vicente Sandalinas Perucca, eine positive Rückmeldung.


Navajas war ein kleiner Tourismusort in den Bergen vor Valencia, hatte nur um die 500 Einwohner und war 2300 km von Scharbeutz entfernt. Doch alle waren neugierig auf diese Ortschaft.


Die beiden Bürgermeister vereinbarten, die Partnerschaft am 16. März 1986 in Navajas offiziell zu besiegeln. Um die Partnerschaft zu beleben und einen Rathaustourismus auszuschließen, wurde am 31.10.1989 der Freundschafts- und Partnerschaftsverein gegründet mit dem Ziel, Vereinen und Verbänden, Schulklassen und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, die Sitten und Gebräuche der jeweils anderen kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Und das ist in den vergangenen 25 Jahren offensichtlich gut gelungen.

 

 


Zu einem Jubiläum gehören auch gegenseitige Geschenke, die der spanische Bürgermeister
José Vicente Torres Escrig mit den deutschen Gastgeber, hier vertreten durch "Gründungs-
vater" Gerhard Ehrke, Bürgermeister Volker Owerien und Bürgervorsteher Dr. Klaus Nagel
austauschte.

 

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum
erhielt der Platz vor dem Bürgerhaus die inoffizielle Bezeichnung "Navajas-Platz" (Bild oben),
auf dem schon seit einigen Jahren ein großer Findling an die freundschaftliche Verbindung der Orte erinnert.

Dort versammelten sich zum Erinnerungs-Gruppenfoto (Bild unten):
Gerhard Ehrke (Mitte), José Vicente Torres Escrig, Bürgermeister von Navajas,
Joachim Kuhlmann vom Patnerschaftsverein (von links)
sowie die Bürgermeister Volker Owerien und sein Vorgänger Ulrich Rüder.

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