Der Haffkruger Dorfvorsteher Helmut Kurth konnte beim Neujahrsempfang am Sonntag, 5. Januar 2020, zahlreiche Besucher begrüßen, der in diesem Jahr im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr stattfand, da sich das „alte“ Kurparkhaus gerade im Umbau befindet.

Für den kommenden Jahreswechsel gab der Dorfvorsteher seiner Hoffnung Ausdruck, dass man sich im nächsten Jahr dort wieder treffen kann. „Ich kann Ihnen nur versichern“, sagte er im Laufe seiner Rede, „dass ich mit Ihrer Hilfe alles versuchen werde, dass das neue Gebäude im Haffwiesen-Park hoffentlich noch vor Ende des Jahres seine Tore öffnen kann.“

Vor Beginn seiner Ansprache begrüßte er sichtlich erfreut den noch amtierenden Bürgermeister Volker Owerien sowie Bettina Schäfer als seine Amtsnachfolgerin ab 1. Februar 2020.

Als „Herzensangelegenheit“ ergänzte er: „Ich denke, wir sollen auch Daniel Davids danken, der heute ebenfalls dabei ist, der Kandidat, der sich auch um das Bürgermeisteramt bemüht hat.“ Dafür und für die Ergänzung „das ist Demokratie, das ist fair, das ist Menschlichkeit“, spendete das Publikum erneut viel Applaus.

Bevor Helmut Kurth das Jahr 2019 zusammenfasste, erhoben sich alle zu einem Moment der Stille, um an die zu denken, die nicht mehr unter uns weilen.

Dankbarkeit und kritischer Blick

Über alles Erreichte, stellte er das Wort Dankbarkeit, diesem Ort und seinen Bürgerinnen und Bürgern zu dienen, wie es der eigentliche Auftrag sein sollte. Ja, es habe häufig Kraft gekostet, weil vielfach sich aus Argumenten nur das Eigeninteresse widerspiegelte. Dennoch sei nie der Glaube verloren gegangen, weiter für die Dorfgemeinschaft zu arbeiten.

„Der Ich-Faktor bestimmt vielfach Kommunikation und Reaktion“, resümierte Helmut Kurth. Bestehende Gemeinschaften, wie Parteien und Vereine verlören ihren Zusammenhalt. „Verkürzte, zum Teil mit Wut vorgetragene Formulierungen sollen die Wahrheit widergeben“, fuhr er fort.


Bild: Helmut Kurth, Dorfvorsteher von Haffkrug, bei seiner Neujahrsrede. © Arms

Auf der anderen Seite fehle ein konstruktiver Umgang mit dem heutigen vielfältigen Meinungsspektrum, dem man sich häufig dadurch nur entzöge oder zu entziehen versuche, indem man den Gesprächspartner einfach abwatscht. „Hier muss sich viel ändern, wenn man die Zahl der Wutbürger nicht weiter anwachsen lassen will“, appellierte er.

Insofern sei er sehr dankbar für den konsequenten und öffentlichen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger sowie die Vereine für ein neues Veranstaltungsgebäude mit Gastronomie (gemeint ist das im Bau befindliche neue Kurparkhaus), die für dieses Engagement seiner Ansicht nach allerdings völlig unzureichend gewürdigt worden seien.

Hotelbau in Haffkrug - seit drei Jahrzehnten schon ein Thema

Trübe sähe es momentan dagegen um den Neubau eines Hotels an der Strandallee aus. „30 Jahre liegt in diesem Jahr die Grundidee für den Bau zurück“, erfuhren die Gäste, da immer wieder Einzelinteressen oder ökologische Aspekte die Umsetzung aufgehalten hätten.

Helmut Kurth stellte die Frage in den Raum: „Was ist gesellschaftlich betrachtet gerechter? Der Zweitwohnungs-Ansatz, der vor allem jenen nachkommt, die das erforderliche Kleingeld mitbringen oder ein Hotelbau, der von einer breiten Bevölkerungsschicht genutzt werden kann und von dem auch die lokalen Gewerbetreibenden profitieren?“

Seine Antwort: „Wenn man ein wenig gesamt-gesellschaftlich denken will, muss die Antwort eindeutig für ein Hotel ausfallen und deshalb sollte ein Kompromiss gefunden werden, um diese Hängepartie schnellstens endgültig zu beenden.“

Ebenso wichtig erachtet er eine Belebung und Attraktivierung des Haffkruger Strandes, um ihn nicht nur für Tagesgäste „verkümmern“ zu lassen.

Als notwendig erachtet der Dorfvorsteher auch den geplanten Seebrücken-Neubau in Haffkrug und ergänzte als erfreuliches Thema die baldige Bezugsfertigkeit von vier Wohnblöcken der Pro-Stiftung. „Somit erhalten 64 Familien auf einem wenig genutzten Waldstück eine ansprechende Wohnmöglichkeit in Sichtnähe zur Ostsee“, so Kurth.

Zukunftserwartungen

Für die Zukunft erhofft er sich mit Blick auf den Wechsel an der Spitze der Gemeindeverwaltung, „dass unter der neuen Führung Haffkrug innerhalb der Gesamtkonzeption der Gemeinde eine Position als gewichtiger Urlaubs- und Wohnort weiter ausgebaut wird“.

Direkt an Volker Owerien gewandt ergänzte Helmuth Kurth: „Sie haben hierzu, um ein Beispiel aus dem Fußball heranzuziehen, die Vorlage gegeben. Für die von Ihnen geleistete Arbeit danken wir Ihnen sehr.“ Dafür gab es spontanen Zwischenapplaus.

„Nun liegt es an der Gemeindevertretung und der kürzlich vereidigten Bürgermeisterin, die Zukunftsfähigkeit auch von Haffkrug sicherzustellen“, fügte Helmut Kurth danach noch an.

Besonders würdigte er auch die Helfer und Unterstützer, die sich beispielsweise um die Weihnachtsbeleuchtung, die Krippe, den Badekarren, Winter- und Osterdekoration und zig weitere Dinge gekümmert haben und kümmern, damit der Ort schön und gleichzeitig gemütlich aussieht.

Ebenso bedankte er sich bei der Haffkruger Feuewehr für ihre vielfältigen Aktivitäten für den Ort und bei den Verbänden und Vereinen.

Zum Schluss seiner Rede wünschte er allen ein glückliches neues Jahr, verbunden mit den Wünschen: „Bleiben Sie gesund, werden Sie gesund und bitte, halten Sie zusammen, zeigen Sie Engagement. Es kommt nicht nur der Entwicklung von Haffkrug zugute, sondern auch - dreimal unterstrichen - Ihrer Seele.“

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