Corona, Corona und immer wieder Corona. Dieses Virus schraubt alles, was schön ist und Freude macht auf ein Minimum zurück. So auch die Ankunft eines neuen Rettungsbootes der Freiwilligen Feuerwehr Hemmelsdorf.

Das neue Gebäude, das ausreichend Platz für die Gerätschaften und sonstigen Aktivitäten der Feuerwehr und einen Treffpunkt für die Hemmelsdorfer Dorfschaft bietet, wartet noch auf eine gebührende Einweihung. Aber, wie gesagt, Corona. Die Feierlichkeiten sind auf ein noch unbekanntes Datum im nächsten Jahr verschoben worden.

Trotzdem und vielleicht darum umso mehr freute sich Ortswehrführer Frank Miersen, dass er das neue Boot, das feuerrot vor dem neuen Domizil im Sonnenschein leuchtete, einem zumindest kleinen Kreis, bestehend aus drei Gemeinde- und zwei Pressevertretern präsentieren zu können.

 

Begleitet wurde Frank Miersen (3.v.l.) von seinem Stellvertreter Hendrik Wenske (2. v.l.)
und dem stellvertretenden Gemeindewehrführer Stefan Schoenfeld (vorne links).
Von Gemeindeseite mit dabei waren (rechts von vorne nach hinten) Bürgervorsteherin Anja Evers,
Dorfvorsteherin Bärbel Rieger und der zweite stellvertretende Bürgermeister Andreas Müller.

 

Die Reden hielten sich in Grenzen oder besser gesagt, man plauderte miteinander und stellte die eine oder andere ergänzende Frage. Ein paar Details waren schnell gesagt. „Das neue Schlauchboot mit einem 25 PS starken Motor löst unser altes Zodiac-Schlauchboot ab“, so Frank Miersen.

2002 kam es nach Hemmelsdorf und wird keinesfalls ausgemustert, sondern steht weiterhin für den Einsatz auf gefroren Seen und Teichen zur Verfügung, auch wenn die Sache mit den zugefrorenen Gewässern momentan etwas unwirklich erscheint.

Bewacht vom Heiligen St. Florian, der Legende nach dem Schutzpatron der Feuerwehren,
stehen die nunmehr zwei Einsatzboote der Freiwilligen Feuerwehr Hemmelsdorf
(hinten in grauem "Outfit" und vorne in leuchtendem Rot), zum Einsatz bereit.

 

Das neue Rettungsboot kann mit maximal vier Personen besetzt werden, ist leicht in der Handhabung und kann somit schnell zum Einsatz gebracht werden. Die Gesamtkosten für das neue Boot inklusive eines neuen Trailers betragen 12.200 Euro. Der Einsatzort wird in erster Linie auf dem Hemmelsdorfer See sein aber bei Bedarf auch auf der Ostsee zum Einsatz kommen.

Doch unabhängig von allen Wetterverhältnissen und Einsatzorten – die Feuerwehr ist stets in Bereitschaft, wozu auch immer wieder Übungen gehören, denn im Notfall muss jeder Handgriff schlafwandlerisch sitzen.

Wie wichtig eine schnelle Reaktion ist, zeigt sich dann auch hin und wieder bei Übungen. Hendrik Wenske erinnert sich an eine tückische Ostsee-Welle „von hinten“, die das Boot umdrehte und er sich plötzlich unter Wasser wiederfand. Alles gut gegangen durch professionelle schnelle Reaktion und viel Erfahrung.

Ein solcher Vorfall zeigt aber auch, dass die manchem so friedlich dahin plätschernden erscheinenden Gewässer Gefahren bergen.

Gefahren, die besonders von Urlaubsgästen unterschätzt werden. Seien es die Unterströmungen in der Ostsee oder der Wind, der sich einige „Späße“ erlaubt und selbst auf dem Hemmelsdorfer See manchen dahin schubst, wo er gar nicht hin will. Dann wird aus Spaß auch ganz schnell Ernst.

Leider aber gibt es nicht immer Dankbarkeit für die schnelle Rettung durch die Feuerwehr. Sie tut ihren Dienst und ärgert sich mehr über die Unvernunft einiger Schaulustiger, denen Smartphone-Video-Drehs manchmal wichtiger sind, als die Retter in Ruhe ihre Arbeit tun zu lassen.

„Für Menschen, die unter unseren Absperrungen durchkrabbeln, um ins Wasser zu kommen und sich nicht darum scheren, dass wir gerade jemanden aus großer Not retten oder – schlimmer noch – nur noch tot bergen können … dafür habe ich wenig Verständnis“, lässt Frank Miersen ein wenig Unmut durchblitzen.

Das neue Boot – ein Anlass mehr, sich zu freuen, aber auch, um einmal Danke zu sagen, dass die Feuerwehr im Notfall schnell da ist. Es kann jeden schneller treffen, als man denkt ... auch die "Video-Dreher".

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