Erst am  Mittwoch, 11. März 2015, ging es im Niendorfer Haus des Gastes turbulent zu bei der Informationsveranstaltung der ZVO über Maßnahmen und Kosten zur Sanierung der Schmutz-und Trinkwasserkanalisation in der Aalbeek-Siedlung.

Der ZVO beabsichtigt, fünf Millionen Euro dafür zu investieren. Daran sollen sich die Anwohner beteiligen. Das stieß auf vehemente Ablehnung der Betroffenen, die in diesem Fall über eine Sammelklage nachdenken.

Gleich einen Tag später, am Donnerstag, 12. März 2015, in der Bauausschusssitzung in Timmendorfer Strand, stand erneut ein Wasserproblem auf der Tagesordnung.

Diesmal drehte es sich um das Oberflächenwasser.

Das im Frühjahr 2010 im Niendorfer Hafen in Betrieb genommene Schöpfwerk mit einer Hochleistungspumpe brachte zwar eine Reduzierung des Wasserstandes von 2,3 Zentimetern bei extremen Wetterlagen, dennoch stehen immer wieder Grundstücke unter Wasser, wozu auch der Vogelpark gehört.

Mit großem Interesse verfolgten Gemeindevertreter und Gäste die Ausführungen der ersten Ansätze eines Oberflächenentwässerungskonzeptes für die Aalbeek von Boris Lass von der Kieler Merkel Ingenieur Consult. Als Hauptgrund nannte Boris Lass, Niederlassungsleiter Nordwest der Kieler Merkel Ingenieur Consult, in seinem Vortrag den Zustand der ursprünglich leistungsfähigen Gräben, durch Zuschüttung, Überbauung oder unzureichende bzw. gar keine Pflege.

„Hier sollte jeder Grundstückseigentümer einmal überlegen, warum die Gräben so aussehen“, sagte Boris Lass. Ingo Muuss (CDU) merkte dazu an: „Schön, dass man einmal von offizieller Seite hört, dass die Gräben das Problem sind.“

Ein Lösungsvorschlag, die Wiederherstellung des ursprünglichen Grabensystems sowie neuer, zusätzlicher Mulden zwischen den einzelnen Grundstücken inklusive Verrohrung in den Straßen, würde nach ersten groben Schätzungen der Kieler Experten ca. 600.000 Euro kosten.

„Der Handlungsbedarf ist seit Jahren bekannt und die Gemeinde ist auch in der Pflicht zu handeln“, so Boris Lass, „die rechtliche Situation ist allerdings nicht ganz eindeutig.“

Seine Empfehlung an die Gemeindevertreter lautete, einvernehmlich mit dem Verein der Anwohnergemeinschaft eine Lösung zu erarbeiten und sich über eine Kostenteilung zu unterhalten.

Die Kosten sind immer wieder der Knackpunkt. Dazu sagte Rainer Steen (CDU), der heutige Vorsitzende des Bauausschusses, bereits vor vier Jahren, als damaliger stellvertretender Bürgermeister: „In dem Gelände, das ja eigentlich für nicht ständig genutzte Ferienhäuser gedacht war, müsste eine Menge geschehen. Doch leider wehren sich die Bewohner stets sehr vehement, wenn die Zahlung von Anliegerbeiträgen zu Diskussion steht.“

Nach diesem Tagesordnungspunkt verließen viele Gäste, allem Anschein nach Bewohner der Aalbeek-Siedlung, die Sitzung. Sie werden aber sicher noch häufiger zu Gast sein, denn eine Lösung des Aalbeek-Problems ist bisher noch nicht in Sicht.

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