Die Premiere des Fackelfestes am Niendorfer Freistrand wurde im vergangenen Jahr regelrecht vom Winde verweht.

Jetzt gibt es eine Neuauflage am Samstag, 24. Februar 2018. Mit Einsetzen der Dunkelheit, gegen 18 Uhr, sollen die acht Riesenfackeln entfacht werden, die seit dem vergangenen Jahr beim Bauhof gelagert wurden.

Darauf einstimmen können sich Besucher erneut bereits ab 14 Uhr und sich die Zeit, bevor die Fackeln angezündet werden, mit Speisen und Getränken rund um diverse Schwedenfeuer verkürzen. Für Musik wird ebenfalls gesorgt. Joachim Nitz, Chef der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus (TSNT) GmbH kündigte außerdem noch eine Überraschung an, über die er sich aber in Schweigen hüllte.

„Wir hoffen natürlich, dass in diesem Jahr das Wetter mitspielt, das uns im vergangenen Jahr ausgerechnet am Veranstaltungstag einen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, ist ihm viel wichtiger. An den Tagen vor dem Fackelfest 2017 sei es zwar knackig kalt gewesen, aber ausgerechnet am Premierentag setzte nicht nur Schnee sondern auch starker Ostwind ein. Nach einigen Versuchen gab man aus Sicherheitsgründen damals das Unterfangen auf, die Fackeln in Brand zu setzen.

Auch wenn es der zweite Anlauf in Niendorf ist, so kann man dennoch von einer Premiere sprechen. „Etwas Vergleichbares in dieser Dimension mit Riesenfackeln an der Ostseeküste gibt es nach wie vor noch nicht“, freut sich Martina Block, Assistentin in der Veranstaltungsabteilung TSNT GmbH. Bekannt seien bisher Veranstaltungen zum Thema Feuer um diese Jahreszeit ausschließlich durch die Biikefeuer an der Nordseeküste.

Ein Blick zurück – von der zündenden Idee bis zur (versuchten) Umsetzung

Tourismus-Chef Joachim Nitz berichtet, wie die Idee im vergangenen Jahr entstanden ist: „Wir haben überlegt, wie man das Thema Fackeln und Feuer über unsere Fackelwanderungen hinaus noch interessanter machen kann.“ Fündig geworden sei man beim Recherchieren bei einem alten Brauch, der unter anderem in Süddeutschland zu Weihnachten gepflegt wird.

Auf der Internetseite der Stadt Altensteig im Nordschwarzwald (www.altensteig.de/de/Entdecken/Sehen+Staunen/Fackeln) ist beispielsweise zu lesen, dass sich am Heiligen Abend um 18 Uhr Einheimische und Gäste hoch über der Stadt, auf dem Hellesberg und dem Schlossberg versammeln, um mit großen Feuern und Hunderten von Handfackeln sinnbildlich die Geburt Christi zu feiern. Der Brauch soll jedoch seinen Ursprung bei den heidnischen Kelten haben, die mit dem Feuer die Wintersonnwende feierten.

Von der im Wortsinn zündenden Idee bis zur praktischen Umsetzung in Niendorf hat es damals jedoch einige Monate gebraucht. „Nach der Ideenfindung fingen die Probleme an“, erinnert sich Martina Block.

Erst passten die ins Auge gefassten Standorte für die zwei Meter tiefen Löcher für die Fackel-Hülsen hinsichtlich der Standfestigkeit im Sand nicht, dann qualmte es beim Probelauf nach dem Anzünden einfach nur. Nicht zu vergessen, dass man auch den Funkenflug bedenken musste.

Diese Erfahrungen hat man nun gemacht und kann sich wesentlich entspannter auf den Tag freuen.

Ein großer Dank geht noch einmal an die vielen Helfer, die schon im vergangenen Jahr einen sehr großen Teil der Vorarbeiten geleistet haben.

Dazu gehörten der Revierförster Karsten Tybussek, der bei der Beschaffung von Fichtenstämmen und Reisig behilflich war, ebenso wie der Bauhof, die Feuerwehr und das Bugenhagenwerk, um nur einige zu nennen.

Diese acht Riesenfackeln sollen in diesem Jahr zum Einsatz beim Diese acht Riesenfackeln sollen in diesem Jahr zum Einsatz beim "Fackelfest" am Niendorfer Freistrand kommen.

 

Die Auszubildenden des ersten Lehrjahres „Garten- und Landschaftsbau“ bauten zusammen mit ihrem Ausbildungsleiter Udo Stüßer zunächst einen Prototyp, einen Fichtenstamm, der im oberen Drittel mit Reisig umwickelt wurde.

„Nach dem ersten Test, als wir gemerkt haben, was alles nicht ging, haben wir das analysiert, fachmännische Unterstützung bei einem Pyrotechniker gefunden und nach und nach nahm das Projekt Formen an“, erinnert sich Martina Block.

In der Woche vor der Veranstaltung im Februar 2017 schließlich haben die Bugenhagenwerk-Auszubildenden zusammen mit ihrem Ausbildungsleiter jeden Tag am Niendorfer Freistrand die acht Riesenfackeln zusammengebaut.

„Das war schon eine Herausforderung“, sagte Udo Stüßer, denn es war nicht nur knackig kalt an diesen Tagen. Das Zusammenbinden einer Fackel kostete auch Zeit. „Wir schafften zwei Fackeln am Tag und das mussten wir auch, um den Zeitplan einzuhalten“, so Stüßer.

All das hatte schließlich geklappt, trotz des Wetters kamen viele Besucher und dann stellte sich das Wetter quer. Schnee und Sturm haben aber nicht alles zunichte gemacht. Die Fackeln wurden fachgerecht eingelagert und für ihren „Auftritt“ in diesem Jahr wurden die Brandlöcher von den Versuchen, sie zum Brennen zu bringen, mit Reisig und Holzwolle gestopft.

So heißt es jetzt „auf ein Neues“ und wenn eine Theaterregel stimmt, kann es nach einer verpatzten Premiere jetzt ja nur gut gehen.

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