Das zehnjährige Jubiläum der Scharbeutzer Volkshochschule mag auf den ersten  Blick nicht spektakulär erscheinen. Beachtenswert ist dagegen, dass es sie überhaupt noch gibt.

Dreht man die Uhr zehn Jahre zurück, waren es schwierige Zeiten und die Einrichtung der hauptamtlich und von der Gemeinde finanzierten Volkshochschule stand im Dezember 2003 vor dem Aus.

Die damaligen Mitglieder des Finanzausschusses stimmten mehrheitlich für die Auflösung und gegen eine ehrenamtlich betreute Weiterführung. Der amtierende Vorsitzende der VHS Scharbeutz, Kaus-Dieter Franck, wunderte sich in seiner Begrüßungsrede anlässlich des Jubiläums: „Was war das denn für ein Beschluss? Man wollte nicht nur die Kosten sparen, die Gemeindevertreter waren auch nicht in der Lage per Beschuss die Verantwortung abzugeben.“

Der Neubeginn

Den Weg zu einer Weiterführung ebnete unter anderem der Sozial- und Kulturausschuss in seiner Sitzung am 12. April 2004, der zwar einstimmig ebenfalls beschloss, mit Ende des Studienjahres 2003/2004 die hauptamtlich geführte VHS der Gemeinde Scharbeutz einzustellen, „diesmal immerhin aber mit dem Auftrag an die Verwaltung, sie nach Möglichkeit ehrenamtlich weiterzuführen“, berichtete Klaus-Dieter Franck.

Eine Monat später, am 13. Mai 2004, eröffnete Bürgermeister Volker Owerien, die Gründungsversammlung des Vereins „Volkshochschule in der Gemeinde Scharbeutz e. V.“ Somit war der Grundstein gelegt zu einer Erfolgsgeschichte, wie man heute nachvollziehen kann.

Die Kurse, die beispielsweise 1985 angeboten worden waren, passten auf eine DIN A4-Seite. Heute hingegen umfasst das aktuelle Semester-Heft rund 60 Seiten für alle Altersgruppen mit einer Fülle unterschiedlicher Themen bis hin zu den Lesungen im „Roten Sessel“ und die Veranstaltungen des Kultursommers.

Wolfgang Schümann, Renate Soine, Susanne Born und Fred-Michael Pätau (von links) gehörten vor zehn Jahren zu  den Gründungsmitgliedern de Vereins der Volkshochschule in der Gemeinde Scharbeutz und sind heute noch aktiv.Der Vorsitzende bedankte sich bei allen, die mit ihrem Engagement zum Erhalt der VHS beigetragen haben und freute sich, dass vier der Gründungsmitglieder weiterhin aktiv dabei sind.

Bürgermeister Owerien verwies in seinem Grußwort auch auf die Auszeichnung aus dem Jahr 2011 des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holstein. Als 15. von insgesamt 100 vergleichbaren Einrichtungen hatte die VHS Scharbeutz alle 64 Kriterien erfüllt, um das Qualitätssiegel zu erhalten.

Der Verwaltungschef erinnerte daran, dass es die VHS eigentlich schon seit 54 Jahren gibt und davon 20 Jahre mit einer hauptamtlichen Kraft geführt worden sei. Die zu Beginn seiner ersten Amtszeit durch die schwierige Haushaltslage notwendigen schmerzlichen Einschnitte habe er nicht vergessen.

Die Mitglieder des Vorstandes des Scharbeutzer VHS, mit ihrem Vorsitzenden Klaus-Dieter Franck (4.v.l, vorne), freuen sich, dass es ihnen gelungen ist, die Einrichtung seit nunmehr zehn Jahren zu erhalten.„Inzwischen sind die Volkshochschulen jedoch ein Teil der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung und ein unverzichtbarer Bestandteil der Erwachsenenbildung“, so Owerien. Die VHS Scharbeutz habe sich hervorragend weiter entwickelt mit einem hochwertigen Kursangebot für Bewohner und Gäste.

Er begrüßte darüber hinaus den Standort der VHS mit der kostenlosen Nutzung der Räume im Bürgerhaus: „Damit ist die ursprüngliche Absicht, das Gebäude nicht nur als Verwaltungssitz zu nutzen, in Erfüllung gegangen und die VHS hat entscheidend dazu beigetragen, dass es zu einem ‚Haus der Begegnungen’ geworden ist.“ Mit den vielen engagierten Ehrenamtlern habe man mehr erreicht, als mit den begrenzten Ressourcen einer hauptamtlichen Führung möglich gewesen wäre.

Diese Internetseite benutzt Cookies. Um diese Internetseite nutzen zu können, müssen Sie diese Nutzung genehmigen. Weitere Informationen finden Sie in unser Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.

EU Cookie Directive Module Information