Vor zwei Jahren beschlossen die Gemeinden Timmendorfer Strand und Scharbeutz den Wechsel von der Schleswig-Holstein Netz AG (vormals E.on Hanse) zu RWE.

Die Netzübernahme erfolgt nun zum 1. Januar 2015 von der Westnetz AG, einer hundertprozentigen Tochter der RWE, nachdem Ende 2013 die Verträge zum Netzübergang zwischen dem ehemaligen und dem neuen Netzbetreiber besiegelt wurden.

Die Investitionssumme zur Entflechtung und Ertüchtigung der Netze beziffert RWE mit an die zwei Millionen Euro.

„Inzwischen haben die Arbeiten für die notwendige Trennung und Verstärkung der Stromnetze begonnen. Außerdem werden vorsorglich Leerrohre für eine spätere Breitbandnutzung verlegt“, erläutert Dietmar Schindowski, der seit 2012 als Kommunalbetreuer vor Ort präsent ist.

Im April starteten erste Bauarbeiten in der Poststraße in Timmendorfer Strand und in der Strandallee in Haffkrug. Derzeit wird eine 1.580 Meter lange 20000 Volt-Stromleitung in Timmendorfer Strand parallel zur Hauptstraße über Vogelsang und Seestraße bis zur Bäderrandstraße verlegt, die mit 11000 Volt betrieben wird.

Lenkbohrverfahren mit einigen Besonderheiten

Die Arbeitsweise des Lenkbohrverfahrens ist auf einem Transport-LKW als große Skizze dargestellt.„Auf 255 Metern setzen wir dabei das sogenannnte Lenkbohrverfahren ein“, erläutert Klaus-Günter Hagen, der Ausführungsplaner der Westnetz AG. Bei diesem Verfahren sind keine umfangreichen Straßenbauarbeiten oder Sperrungen notwendig.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Lenkbohrmeister im Erdreich die Richtung wechseln und kleinere Hindernisse, wie beispielsweise Baumwurzeln, umbohren kann. „Bei einer offenen Bauweise würden die Baumwurzeln unweigerlich beschädigt und die Bäume würden absterben“, unterstreicht Klaus-Günter Hagen den Vorteil.

Nach einer Pilotbohrung wird der Bohrkanal mit einem Spezialgerät aufgeweitet und ein Rohr eingebracht, in das die Monteure die Leitung einziehen. Gesteuert wird die Technik durch einen unterirdischen Sender und einen überirdischen Empfänger.

Auch in Scharbeutz gehen die Bauarbeiten weiter

Die Bauarbeiten für die Netzübernahme in den Gemeinden Timmendorfer Strand und Scharbeutz leiten Hans-Günter Hagen (rechts) von der Westnetz AG und Holger Schulz, Bauleiter der Kabel- und Rohrleitungsfirma Hoth. Das Lenkbohrverfahren wurde schon zur Unterquerung der Strandallee in Timmendorfer Strand und am Kiepenberg und der Luschendorfer Straße in Scharbeutz eingesetzt.

Rund 4000 Meter Kabel wurden bisher verlegt, bis zum Jahresende werden es mindestens noch einmal so viel. Den Zeitplan, wann welche Arbeiten durchgeführt werden können, geben die örtlichen Bauämter vor.

Außerdem sind bei allen Baumaßnahmen umfangreiche Abstimmungen und Genehmigungen erforderlich, je nachdem ob kommunale, Landes- oder Bundesstraßen betroffen sind und welche Leitungen, beispielsweise für Abwasser, Gas oder ähnliches, sich bereits im Erdreich befinden.


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