Die Tagesordnung der Sitzung des Scharbeutzer Bau-Ausschusses am Dienstag, 26. August 2014, war wieder einmal sehr lang und es war fast schon abzusehen, dass nicht alle Themen geschafft wurden.

Im Laufe des Abends einigten sich die Gemeindevertreter daher auch auf einen zusätzlichen Sitzungstermin am Dienstag, 16. September 2014.

Aus Zeitgründen konnte erneut ein Antrag der WUB zur Staffelung der Geschosse und Begrenzung der technischen Aufbauten des geplanten Hotels in Haffkrug nicht mehr behandelt werden, ebenso wie die Namensgebung für drei neue Straßen im Baugebiet an der Devkoppel. Der Vorentwurf für die Lärmschutzanlage für das gleiche Baugebiet wurde dagegen am Ende des öffentlichen Teils noch relativ zügig einstimmig beschlossen.

Schwerpunktthema Parkleitsystem

In der Hauptsaison hilft der freundliche Hinweis von Maskottchen Gumda leider auch nicht, das leidige Verkehrschaos in Scharbeutz in den Griff zu bekommen.Zentrales Thema an diesem Abend war die Präsentation des Planungsbüros Hahm (pbh) aus Lübeck über den Aufbau eines Parkleitsystems mit dem Schwerpunkt der Präsentation der Ergebnisse einer Verkehrszählung Anfang August. Außerdem wurden verschiedene Varianten eines möglichen Parkhauses an der Ostseestraße vorgestellt.

Allein die Ausführungen zum Parkleitsystem umfassen 80 Seiten und sind komplett im Internet bei den Vorlagen unter TOP 5 im Bürgerinformationssystem zu der Bauausschusssitzung zu finden. Dort wird mit Zahlen und Analysen untermauert, was die Bewohner und Gäste in der Hauptsaison auf den Punkt gebracht mit „kein Durchkommen mehr und keine Parkplätze“ beschreiben würden.

Torsten Langenkämper, der das Projekt bei pbh bearbeitet, griff einige gravierende Punkte der Studie heraus. Sein Fazit: „Ein Parkleitsystem funktioniert nur dann, wenn im Vorfeld mehr Parkraum geschaffen wird.“

Im Resümee ist zusammenfassend nachzulesen: „Aktuelle Erhebungen des Verkehrsaufkommens und der Parkplatzbelegung während der Hauptsaison 2014  belegen, dass das Verkehrsaufkommen inklusive der Parksuchverkehre weder von den Parkplätzen  noch von den Hauptverkehrsstraßen bewältigt werden kann.“

Erste  Überlegungen für ein Parkhaus in Scharbeutz

Könnte die Lösung ein Parkhaus sein? Die vorgestellten Varianten, die ebenfalls im Internet eingesehen werden können (bei den Vorlagen unter TOP 6 im Bürgerinformationssystem zu der Bauausschusssitzung), fanden offensichtlich keinen großen Anklang. „Noch ein Klotz mitten im Ort“, wurde aus dem Publikum bemängelt und Bürgermeister Owerien (parteilos) machen die Kosten Kopfschmerzen. Für Heiterkeit sorgte ein Vorschlag, der auf dem Parkhaus Eigentumswohnungen vorsieht, um damit einen Teil der Kosten zu finanzieren.

Auch die Gemeindevertreter äußerten eine Vielzahl von Bedenken, sowohl hinsichtlich eines Parkhauses als auch zur Aufstockung der Parkplätze. „Im Herbst steht auf den vielen Parkplätzen kein Mensch“, befürchtet beispielsweise Frank Heitmann (WUB). Thomas Witting (CDU) sagte: „Die Verkehrszählung hat an einem der am stärksten besuchten Tage stattgefunden und wir sollten nicht den Ausnahmezustand planen, sondern den Mittelweg.“

Für weitere Planungen müssen erst Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden

Parkleitsystem und Parkhaus sind zurzeit noch Zukunftsmusik. Die Planungen werden noch einige Male in unterschiedlichen Ausschüssen, unter anderem im Tourismus-Ausschuss am Mittwoch, 10. September 2014, vorgestellt und diskutiert, bevor überhaupt erste Beschlüsse gefasst werden können. Das ganze Thema wird die Gemeinde daher noch lange beschäftigen.

Mit den vorgestellten Unterlagen sind die Planungsleistungen zunächst abgeschlossen. Für weitere Planungsschritte bzw. für die Umsetzung der Maßnahmen müssten außerdem weitere Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

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