Eine Information des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Die Stromnetze an der Ostküste sind für die Ableitung der zunehmenden Leistungen an nachhaltig und kostengünstig produziertem Strom aus erneuerbaren Energien in der Region nicht mehr ausreichend dimensioniert.

Um frühzeitig Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Kommunen in die Planungen für die 380 kV-Leitung einzubeziehen, mögliche Konflikte zu erkennen und planerische Lösungen zu finden, startet die Landesregierung nun das Dialogverfahren für den zweiten und dritten Abschnitt der geplanten Leitung (Raum Lübeck – Göhl und Raum Lübeck – Siems) mit einer Auftaktkonferenz.
 
Sie findet in Scharbeutz am Mittwoch, 4. März 2015, von 18.00 bis 21.30 Uhr, in der Christian-Klees-Halle, neben der Jugendherberge in der Strandallee 98, statt.

Als Experten werden vor Ort sein: Energiewendeminister Robert Habeck, Christian Schneller, Leiter für den Netzausbau an Land vom planenden Netzbetreiber TenneT, Dr. Peter Ahmels von der deutschen Umwelthilfe (Moderator des Dialogverfahrens)- sowie Achim Zerres, Vertreter der Bundesnetzagentur.

Weitere Veranstaltungen für eine Bürgerbeteilgung sind geplant für Dienstag, 24. März 2015, in der Ratekauer Mon-Halle, am Mittwoch, 25. März 2015, im Gemeinschaftshau Rangenberg in Lübeck-Kücknitz und am Donnerstag, 26. März 2015, in der Krummlandhalle in Bad  Schwartau.

Der Hintergrund:

Ein Netzausbaubedarf einer 380 kV Leitung wurde durch die Bundesnetzagentur im Januar 2014 bestätigt und stellt den Ausgangspunkt der Planungen dar. „So sehr die Energiewende vorankommen muss und der Netzausbau dafür entscheidend ist, so sehr löst er in der Umsetzung Fragen und Sorgen bei den Betroffenen aus. Denn der Bau von Stromleitungen ist immer ein Eingriff in die Lebensumwelt, in Natur und Landschaft“, sagte Energiewende- und Umweltminister Robert Habeck.

„Der Netzausbau wird nur gelingen, wenn wir intensiv mit allen Beteiligten sprechen und mit ihnen nach der besten Lösung suchen. Diese guten Lösungen finden sich meistens vor Ort.“ so Habeck weiter.
 
Unter Federführung des Ministeriums für Energiewende wird für eine frühere und breitere Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Planungen bestätigte Netzausbauvorhaben durchgeführt – so auch für die sogenannten „Ostküstenleitung“.

Die Deutsche Umwelthilfe ist mit der Moderation und Dokumentation des Prozesses beauftragt. Partner im Dialog ist der Vorhabenträger TenneT TSO GmbH, der für die Planung verantwortliche Übertragungsnetzbetreiber.
 
Im Januar 2014 wurde der bedarfsgerechte Netzausbau des Übertragungsnetzes auf der 380 kV Ebene vom Kreis Segeberg bis in den Raum Göhl durch die Bundesnetzagentur im Netzentwicklungsplan 2013 bestätigt. Über eine 380 kV Leitung sollen die wachsenden Strommengen aus Wind und Sonne aus der Region aufgenommen und verlustarm zu den Verbrauchszentren abtransportiert werden.
 
Die Gesamtstrecke der Ostküstenleitung gliedert sich in drei Maßnahmen
•          Abschnitt 1: Kreis Segeberg – Raum Lübeck
•          Abschnitt 2: Raum Lübeck – Siems
•          Abschnitt 3: Raum Lübeck – Raum Göhl
 
Ausbaubedarf:
 
In der Region Ostholstein werden heute schon mehr als 500 Megawatt Erzeugungsleistung durch erneuerbare Energien ins Netz eingespeist. Weitere rund 1000 Megawatt an Leistung vor allem aus Windenergie werden in den nächsten Jahren hinzukommen. Doch bereits jetzt werden aufgrund von Netzengpässen Windanlagen vorübergehend abgeschaltet. Der Netzentwicklungsplan 2013 hat bestätigt, dass die Netzinfrastruktur ausgebaut werden muss.
 
Zwei Schritte beim Dialogverfahren:
 
Das Energiewendeministerium bietet das Dialogverfahren in der Region in zwei Schritten an. Von Ende November 2014 bis Mitte April 2015 wird zunächst für den 1. Abschnitt (Kreis Segeberg / Kreis Stormarn bis in den Raum Lübeck) in der betroffenen Region über die Planungen informiert.

In einem zweiten Schritt wird nun von Anfang März bis voraussichtlich Mitte Juli 2015 für die zusammengefassten Abschnitte Raum Lübeck – Göhl und Raum Lübeck – Siems ebenfalls ein Dialogverfahren durchgeführt.
 
Für den ersten Abschnitt (Kreis Segeberg / Kreis Stormarn bis nach Stockelsdorf)  ist das Dialogverfahren bereits angelaufen – mit der Information der kommunalen Ebene insgesamt neun Abendveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger in die Region.  Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger von Henstedt-Ulzburg bis Dissau bei Stockelsdorf nahmen das Angebot wahr sich zu informieren und in die Planungen einzubringen. Zentrale Fragen sind der  Schutz des Wohnumfeldes, durch einen möglichst großen Abstand zwischen der Leitung und den Wohnhäusern oder einer möglichen Entlastung von Siedlungsbereichen durch eine Teil-Erdverkabelung. Aber auch Fragen des Arten- und Naturschutzes, zum Ablauf des Genehmigungsverfahrens und zu Entschädigungsregelungen bestimmen die bisherigen Diskussionen.

Weitere Informationen sind abrufbar unter: http://www.schleswig-holstein.de/Energie/DE/Beteiligung/Dialogverfahren/01_Ostkuestenleitung/Ostkuestenleitung_node.html

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