Während der Jahreshauptversammlung der Aktivgruppe Timmendorfer Strand am Montag, 28. Oktober 2013, sprach der Vorsitzende, Heinz Meyer, das Thema Straßenmusiker an, die in Timmendorfer Strand offensichtlich nicht nur Freude bereiten.

„Es nimmt inzwischen solche Ausmaße an, dass manchmal drei oder vier Gruppen in Abständen von fünf Metern gleichzeitig auftreten.“ Man müsse das einmal live erleben, schilderte er weiter, wenn von morgens um neun Uhr bis abends um 20 oder sogar 22 Uhr ständig Musik gemacht würde. „Das ist eine Zumutung für die Gewerbetreibenden“, schimpfte Heinz Meyer und wenn man die Musiker bitten würde, ein wenig weiter zu gehen, würde man noch angepöbelt.

Als Frechheit bezeichnete er weiterhin, mit dem Sammelhut zu den Gästen in die Cafés zu gehen. „Sind wir jetzt schon in Rumänien?“, ereiferte Heinz Meyer sich provokant. An Bürgermeisterin Hatice Kara wandte er sich mit der Forderung, „mit allem, was uns rechtlich zur Verfügung steht, dagegen vorzugehen, andernfalls müssen andere Maßnahmen her.“

„Wir müssen aufpassen“, warnte Meyer abschließend, „damit wir nicht irgendwann auch noch Straßenhändler hier haben, wie man sie aus der Mönckebergstraße in Hamburg kennt.“ Er wisse nicht, stellte er als rhetorische Frage in den Raum, ob man dieses Bild in Timmendorfer Strand zulassen solle.

Eigene Erfahrungen der Bürgermeisterin

„Definitiv nicht“, antwortete die Bürgermeisterin, die an diesem Abend als Gastrednerin anwesend war, und sie könne die Empfindungen der Gewerbetreibenden nachvollziehen: „Es ist nervtötend, wenn man den ganzen Tag die Musik über sich ergehen lassen muss.“ Die Gäste dagegen würden das wohl anders sehen, wenn sie mal ein Stündchen bei einer Tasse Kaffee zuhören.

Sie habe böse Blicke geerntet, als sie einen Musikanten vor einem Café angesprochen habe und quasi als Gegenreaktion habe gleich jemand sein Portemonnaie gezückt, um etwas zu spenden, schilderte sie eine ganz persönliche Erfahrung.

 „Hier läuft etwas falsch“, sagte Hatice Kara, aber auch, dass man zurzeit nichts machen könne. „Nach höchst richterlicher Rechtsprechung haben diese Menschen ein Anrecht auf die Ausübung ihrer Kunst im öffentlichen Raum“, schilderte sie die gegenwärtige Rechtslage.

Abhilfe durch neue Satzung

Hatice Kara machte deutlich, dass man in Timmendorfer Strand nur durch eine „Satzung über die Sondernutzung des öffentlichen Raums“ Abhilfe schaffen könne. „Das muss der zuständige Hauptausschuss beraten, damit die Gemeindevertretung darüber beschließen kann“, so Kara. In einer solchen Satzung kann genau festgelegt werden, wie lange und an welchem Standort die Straßenkünstler stehen dürfen. Außerdem könne man damit auch ausschließen, dass elektronische Verstärker benutzt werden.

Jetzt seien die Entscheidungsträger gefragt, und zwar so schnell wie möglich, wenn eine entsprechende Satzung zur Saison 2014 in Kraft treten soll. „Damit würden wir auch der Polizei eine Handhabe geben“ ergänzte die Bürgermeisterin, die dann beispielsweise, wenn sie gerufen wird, Platzverweise erteilen kann, was sie jetzt nicht darf.“

Heinz Meyer appellierte daraufhin an die Anwesenden: „Ich bitte die Kollegen aller Fraktionen, die im Hauptausschuss sitzen, dass sie das Thema als oberste Priorität in die nächste Sitzung einbringen, damit diesem Wildwuchs Einhalt geboten wird.“

Aus den Reaktionen des Publikums schloss Heinz Meyer. „Ich glaube die Botschaft ist bei Frau Kara und bei den politischen Vertretern angekommen.“

Die nächste Hauptausschusssitzung findet am 12. November 2013 statt. Kommt es zu einer schnellen Einigung, könnten die Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung dieses Jahres, am 17.12.2013 einen endgültigen Beschluss fassen.

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