Bei den Grünen in Timmendorfer Strand gibt es wieder einmal Ärger. Der Grund ist diesmal Udo Halenza, der seinen Austritt aus der Fraktion erklärt hat, nachdem er erst im Mai über den Listenplatz 2 für die Grünen in die Gemeindevertretung gewählt worden war.

Vor gut einem Jahr waren die Grünen schon einmal in die Schlagzeilen geraten, als Regine Maaß als Vorsitzende des Umweltausschusses abberufen wurde.

Im Fall Halenza sind Vorstand und Fraktion besonders darüber verärgert, dass Udo Halenza, der seit 20 Jahren Mitglied der Grünen ist und davor 25 Jahre Mitglied der SPD war, sein Mandat mitnehmen und nun offensichtlich zur CDU wechseln will.

Abgesehen davon, dass die Fraktion zukünftig über einen Sitz weniger in der Gemeindevertretung verfügt, ist es für Stefanie Paetow, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, moralischer Betrug an den Wählerinnen und Wählern.

"Für mich ist die Handlungsweise von Udo Halenza unmöglich und peinlich“, sagt sie und weiter: „Das Mandat steht ihm nicht als Person zu, sondern den Grünen in der Gemeinde, auch wenn es rechtlich erlaubt ist, ein Mandat beim Verlassen der Fraktion  zu behalten.“

Mathias Kock, der Vorsitzende des Ortsverbandes und Mitglied der Fraktion ergänzt: "Ich möchte mich bei allen Timmendorfer Wählerinnen und Wählern im Namen der Grünen entschuldigen. Dass ihre Stimmen nun nicht mehr im Sinne der Timmendorfer Grünen genutzt werden, ist unerträglich." Gerade Handlungen dieser Art würden bewirken, dass die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung wachse. Wer sich so verhalte, schade nicht nur den Grünen, sondern der ganzen politischen Landschaft.

Die Sichtweise von Udo Halenza

Udo Halenza hat eine andere Sicht auf die Dinge, spricht von „Mobbing pur“ und dass im Verlauf der letzten Monate bewusst Fehlinformationen verbreitet und die Stimmung gegen ihn geschürt worden sei. Insbesondere seien die beiden Gemeindevertreterinnen gegen ihn aufhetzt worden.

Nach Aussagen von Udo Halenza habe es in den vergangenen Monaten einige Machtkämpfe gegeben. „Meine spontane Kandidatur für den Spitzenplatz für männliche Kandidaten bei den Grünen zur Kommunalwahl gegen Joachim Nickel hat zwar Mehrheiten gefunden, aber auch einen Machtkampf ausgelöst. Auch in der gewählten Fraktion wiederholte sich das knappe Stimmergebnis in der Kandidatur für den Aufsichtsrat der TSNT GmbH zwischen Joachim Nickel und mir, mit knapper Mehrheit für mich“, erläutert er in einer Pressemitteilung.

Weiter heißt es dort: „Der Machtkampf gipfelte darin, dass bei einer Fraktionssitzung, an der ich angekündigt aus wichtigen beruflichen Gründen nicht teilnehmen konnte, die Grünen-Fraktion mit Mehrheit beschloss, mich aus allen Ausschüssen abzuberufen und auf einer späteren Sitzung in meiner Anwesenheit zu klären, ob ich aus der Fraktion ausgeschlossen werden solle. Das Ganze war Mobbing pur, möglicherweise basierend auf Missverständnissen, Gerüchten und Unterstellungen.“

Daraufhin habe er seinerseits den Austritt aus der Fraktion erklärt und unmittelbar darauf einen Anruf eines CDU-Mitglieds erhalten, aus dem sich ein Interesse an einer Zusammenarbeit ergab. „Am Tag darauf bin ich zunächst in einen lange vorher geplanten Urlaub geflogen. Es ist möglich, dass die andauernden Gespräche zu einer Zusammenarbeit mit der CDU führen. Derzeit bin ich Einzelvertreter“, so Halenza.

Sein Mandat werde er in jedem Fall behalten und nicht zugunsten derer zurücktreten, die aus seiner Sicht Ursache für das Zerwürfnis sind.
Ihm nach den Erlebnissen der letzten Monate fehlende Moral vorzuwerfen, empfindet Udo Halenza als frech. „Meine politische Haltung wird sich nicht ändern, ich stehe weiterhin für eine enge Zusammenarbeit in der Politik und mit der Verwaltung. Ich möchte mithelfen, dass der Ort sich gut entwickeln, wir die wirtschaftliche Basis weiter ausbauen können, ohne die langfristigen Perspektiven zu beschädigen und die natürlichen Ressourcen preiszugeben“, fasst er seine Einstellung zusammen.

Schriftlich hatte der der Fraktion dazu mitgeteilt: "Ich werde mit dem Mandat inhaltlich grüne Politik betreiben, zumindest so wie ich sie verstehe."

Diese Internetseite benutzt Cookies. Um diese Internetseite nutzen zu können, müssen Sie diese Nutzung genehmigen. Weitere Informationen finden Sie in unser Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.

EU Cookie Directive Module Information