Die Malerin und Bildhauerin Lilo Peters, die seit 1940 in der Gemeinde Timmendorfer Strand gewohnt hat, wäre am kommenden Sonntag 100 Jahre alt geworden.

Lilo Peters starb 2001 mit 88 Jahren. Sie hinterließ nicht nur Bilder, Tagebücher und Skulpturen, sondern auch vier Töchter mit ihren Familien, die immer wieder an das Wirken ihrer Mutter erinnern.

So findet am Sonntag, 17. März 2013, ab 11 Uhr, im Strohdachhaus am Saunaring zunächst ein Rückblick auf das Leben der Künstlerin statt. Gegen 12.30 Uhr ist von dort aus ein Spaziergang entlang an den von Lilo Peters geschaffenen Skulpturen zu ihrem letzten Wohnsitz im Schwedenweg 5 geplant.

Ab 13 Uhr können Besucher dort beim „Tag der offenen Tür“ Aquarelle und Ölbilder ansehen und Erinnerungen austauschen sowie einen Film über Lilo Peters ansehen, den ihre Enkelin Claudia hergestellt hat. Mit deftiger Suppe und Kaffee und Kuchen ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Lilo Peters hat seit 1940 in der Gemeinde Timmendorfer Strand gewohnt, zunächst in Niendorf, dann in der Gorch-Fock-Straße und seit 1945 in einem Haus dicht am Bahnhof, dem jetzigen Schwedenweg.

Ihre ersten Aquarelle entstanden im Niendorfer Hafen und am Brodtner Ufer. Die Liebe zum Wasser zeigt sich in vielen Bildern, die sie auf ihren zahlreichen Reisen nach Schweden und Norwegen, dort besonders zu den Lofoten, machte.

Erste Ausstellungen in Hamburg ermutigten sie, neben Haushalt und Kindern, weiter zu malen. Ihr Mann Rudolf Peters unterstützte sie dabei kräftig. „Leider wurde er 1944 in Frankreich erschossen“, berichtet ihre Tochter Elke Thiedig.

Inspiration durch Reisen

Lilo Peters reiste in fremde Länder und kehrte immer mit vielen Tagebüchern und Aquarellen zurück. Landschaften, aber auch Menschen in ihrer Vielfalt reizten sie zum schnellen Festhalten auf Papier. Während einer jahrelangen Freundschaft mit dem Künstler Gustav Hagemann (1891 - 1982) erlernte sie Holzschnitte und Ölbilder anzufertigen. Gemeinsam erforschten sie außerdem das Leben der Lappen.

Es zog sie aber nicht nur nach Norden, sie bereiste auch Indien, Ägypten, Südafrika und Amerika, meistens allein. Viele Skizzen und Tagebücher berichten von ihren durchaus nicht immer schönen und gefährlichen Erlebnissen.

Neue Wege mit 64 Jahren

Die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Pierre Schumann (1917 - 2011) brachte eine große Wende in das Leben der Künstlerin.

Sie entdeckte ihre Liebe zum Stein und erlernte mit 64 Jahren, im Rentenalter, einen neuen Beruf und wurde Bildhauerin. Sie bekam Aufträge für öffentliche Gebäude, unter anderem in Norderstedt und Oldenburg, und hielt 1989 ein "Solo-Symposion" in Timmendorfer Strand ab.

Timmendorfer Strand Lilo Peters Mutter und KindIm Park vor der Trinkkurhalle wurden ihre aus Carrara-Marmor gefertigten Skulpturen ausgestellt. Dort arbeitete Lilo Peters auch den ganzen Sommer über an der Skulptur „Mutter und Kind“ (Bild links), die heute im Privatbesitz ist.

Der 1983 in Carrara geschaffene Delphin wurde von der Gemeinde gekauft und fand im Niendorfer Hafen 1993 einen sehr schönen Platz. „Leider ist dieses einmalige Kunstwerk seit den Umbauten im Hafen unauffindbar“, bedauert Elke Thiedig.

Der Skulptur „Volleyball“ erging es dagegen besser. Ebenfalls von der Gemeinde erworben, stand sie zunächst ziemlich unbeachtet in der Nähe der Curschmann-Klinik. Bürgermeister Volker Popp ist es zu verdanken, dass sie inzwischen ganz nah am Geschehen der jährlichen Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften aufgestellt ist.

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