Bahnchef Grube (links)  und Verkehrsminister Meyer auf dem Weg zur Trinkkurhalle„Ich bin nicht das erste Mal hier, aber im Vergleich zu den anderen Malen hatte ich die Chance, mit allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern einmal unmittelbar vor Ort zu sprechen und ihre Sorgen aufzunehmen, da sie sehr dicht an der Bevölkerung sind“, äußerte sich Bahnchef Rüdiger Grube vor der Presse in der Trinkkurhalle in Timmendorfer Strand.

Dort fand auf Einladung der Landesregierung am Mittwoch, 12. Juni 2013, eine Podiumsdiskussion zusammen mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) zur Fehmarnbelt-Querung mit dem Schwerpunkt Schienen-Hinterlandanbindung statt, die von Dr. Christoph Jessen, Leiter des Dialogforums, moderiert wurde.

Timmendorf Fehmarnbelt DemonstrantenVorausgegangen war eine Sondezugfahrt von Fehmarn bis Bad Schwartau. An einigen Haltepunkten machten Gegner der Maßnahme ihrem Unmut Luft, ebenso wie vor der Timmendorfer Trinkkurhalle rund 100 Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen. Hier wurden Plakate geschwenkt, symbolisch der Ostholstein-Tourismus zu Grabe getragen und es kamen auch immer wieder Trillerpfeifen zum Einsatz. Manche wütend vorgebrachte Beschimpfung ging in der Wortwahl allerdings auch einigen Demonstranten ein wenig zu weit.

Timmendorf Fehmarnbelt DiskussionTrotzdem nahmen sich sowohl der Bahnchef, die Minister und Landrat Sager viel Zeit, um mit den Mitgliedern verschiedener Bürgerinitiativen noch vor Beginn der Veranstaltung zu sprechen. „In einer so komplexen Frage wird es nie Antworten geben, die alle Probleme lösen“, stellte Torten Albig fest, der erst in Timmendorfer Strand dazu kam, da er kurzfristig nach Lauenburg gefahren war, wo die Bundeskanzlerin die Flutopfer besuchte.

„Unsere Aufgabe wird sein“, so der Ministerpräsident weiter, die bestmögliche Trasse zu finden und damit den letzten großen europäischen Verkehrs-Lückenschlusses zu einem Erfolg für Schleswig-Holstein, die Bevölkerung und für Dänemark zu machen.“

„Darüber hinaus wrid es unsere Aufgabe ist es jetzt, Risiken zu minimieren, Lärm zu minimieren und die Chancen hervorzuarbeiten“, betonte der Ministerpräsident und bekräftigte erneut:“ Ich bin ganz sicher, dass die Chancen größer sind als die Risiken.“

Davon sind die Vertreter der Bürgerinitiativen nach wie vor nicht überzeugt, auch wenn sie untereinander teilweise unterschiedlicher Meinung sind. So wurde Kerstin Fischer von der Bürgerinitiative „Ratekau wehrt sich“ bei ihrem mehrminütigen Statement in der Trinkkurhalle von einigen anderen unterbrochen, dass sie nicht im Namen aller spräche.

Timmendorf Fehmarnbelt SchwarzbuchSusanne Brelowski, unter anderem Sprecherin der Allianz beim Dialogforum, hatte vorher noch einmal die Bedenken der Belt-Gegner vorgetragen und ein Schwarzbuch „Risiken der Festen Fehmarnbelt-Querung“ überreicht.

Danach verließen einige Bürgerinitiativen-Mitglieder die Trinkkurhalle, obwohl sie sich lobend darüber geäußert hatten, dass man trotzdem hinein gebeten worden war, obwohl die Veranstaltung ursprünglich nur für geladene Gäste geplant war.

Timmendorf Fehmarnbelt Bahnchef GrubeBahnchef Grube überraschte mit einer neuen Aussage zur Trassenführung: „Als Ergebnis der heutigen Reise haben wir festgelegt, dass wir die entsprechenden Unterlagen für das Raumordnungsverfahren bis zum 31.07.2013 der Landesplanungsbehörde überreichen werden und der Landesplanung zusätzlich anbieten, was man heute hier als „Variante 2+1“ bezeichnet.“

Doch damit nicht genug. „Parallel dazu werden wir Unterlagen für eine „Variante 2+1 a)“ und eine „Variante 2+1 b)“ fertig stellen und diese ebenfalls der Landesplanungsbehörde überreichen mit der Empfehlung, dass sie sich das parallel auch noch einmal anschauen, damit sie sich eine eigene Meinung bilden, welche Vor- und Nachteile es gibt.“

Um welche Streckenführungen es sich dabei handelt, konnte aber niemand genau definieren. „Davon weiß ich gar nichts“, sagte beispielsweise Bernd Homfeldt von der DB Projektbau, der ebenfalls mit einigen Kollegen an der Veranstaltung teilnahm.

Timmendorf Fehmarnbelt Ministerpräsident AlbigMinisterpräsident Torsten Albig äußerte dagegen: „Es ist ein großer Schritt nach vorne, wenn Herr Grube heute sagt - und wir nehmen das mit großer Dankbarkeit auf - dass wir in die Lage versetzt werden, als Raumordnungsbehörde auch eine Variante 2+1 a) und 2+1b) bei der Raumverträglichkeitsprüfung mit zu berücksichtigen. Das wird uns sehr, sehr befördern, auch in der Arbeit vor dem Planfeststellungsverfahren.“

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fanden an so genanten Informationsinseln noch einige Einzelgespräche mit Bahnchef Grube und den Projektleitern der Bahn sowie mit den Ministern und dem Landrat statt.

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