©Text und Bilder Gabriele Klein

Für viele Reiter und Pferdefreunde ist es jedes Jahr ein Fix-Termin: Der letzte Sonnabend im Januar, wenn die Reitgemeinschaft Böbs ihr traditionelles Grünkohlessen im Curauer Gasthof Hinz abhält.

Auch in diesem Jahr hatte sich „Kalle“ Schultz, das Zugpferd des Vereins, persönlich und telefonisch darum gekümmert, dass wieder möglichst viele Gäste zum geselligen Essen mit anschließendem Tanz kommen würden. Und sie kamen!

Der Gasthof wurde komplett eingenommen und platzte mit knapp 140 Gästen aus allen Nähten. Gleich nachdem der erste Vorsitzende Günther Meyer die Anwesenden begrüßte und dem Vorstand für die im Vorjahr geleistete Arbeit dankte, übergab er das Mikrofon an den Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann.

Dieser war gekommen, um den inzwischen 80-jährigen Karl Schultz („Kalle“, genannt Chef) mit dem Ehrenvorsitz der Reitgemeinschaft Böbs und Umgebung auszuzeichnen.

Bürgermeister Zimmermann bei der Ehrung von Reitsportlegende "Kalle" Schultz

 

Dabei reflektierte Andreas Zimmermann über Tun und Schaffen der Reitsportlegende, erzählte davon, wie der reitbegeisterte Gastwirtsohn aus Rensefeld den Tanzsaal in den 1960er Jahren in eine Reithalle umwandelte und zählte unendliche Erfolge bei Landes-, Deutschen- und Europameisterschaften gefolgt von mehreren Medaillen bei Olympischen Spielen auf.

Ebenso wurde über die Ausbildung etlicher Pferde und vieler Reiter, die sich international und auch selbst heute als bekannte Ausbilder einen Namen geschaffen haben, berichtet. Obwohl der Bürgermeister zugab, sich sportlich eher im Fußball auszukennen, waren ihm bekannte Reiter dabei, die bei „Kalle“ durch die Schule gegangen waren.

Stets aktiv und unermüdlich gehört „Kalle“ auf allen regional umliegenden Turnieren quasi zum festen Bestandteil. Wenn er nicht als Trainer und Ausbilder die Reiter betreut und anleitet, dann ist er als Richter in der Jury am Turnierplatz aktiv. Außerdem veranstaltet Familie Schultz auf dem heimischen Hof „Stall Madrigal“ seit über 30 Jahren Reitturniere mit zum Teil hochkarätigem, internationalem Starterfeld.

Dem Jubilar „Kalle“ wurde im Laufe seiner Karriere aufgrund seiner Erfolge bereits zwei Mal das Deutsche Reiterabzeichen in Gold verliehen. 2012 wurde er zudem von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf mit dem Deutschen Reiterkreuz in Bronze ausgezeichnet, 2015 wurde er als neunter Reiter überhaupt in Luhmühlen mit der Aufnahme in die „Hall of Fame“ geehrt.

Nachdem Bürgermeister Zimmermann von all diesen Erfolgen, der Erfahrung, dem Einsatz und dem Organisationstalent des sichtlich gerührten Geehrten berichtete, fiel ihm als Fußballfan spontan der Vergleich mit Franz Beckerbauer ein und kürte Karl Schultz kurzerhand zur „Lichtgestalt des Reitsports“, was mit lautem Applaus aller Anwesenden quittiert wurde.

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