Zur aktuellen Diskussion über die Allgemeinverfügungen zu Nebenwohnungen haben Niclas Dürbrook (Vorsitzender der SPD-Kreisverbandes Ostholstein) und Burkhard Klinke (Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Ostholstein) ein Statement abgegeben, das im Folgenden ungekürzt wiedergegeben wird:

“Die Infektionszahlen in Ostholstein sind nach den ersten Wochen der Corona-Pandemie erfreulich niedrig. Entscheidend bleibt jetzt und in der kommenden Zeit die Frage, wie viele weitere Personen von einem infizierten Menschen angesteckt werden.

Schon relativ geringe Steigerungen bei diesem Faktor können über wenige Wochen
zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems führen.
Darum bleibt vorsichtiges und umsichtiges Handeln unerlässlich.

Das gilt auch für die Nutzung der rund 25.000 Nebenwohnungen in Ostholstein. Die SPD unterstützt daher die Linie des Landrats, das Nutzungsverbot bis zum 3. Mai zu verlängern.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz ist gut beraten, sich in Anbetracht einer ganzen Reihe von Kommunikationspannen der Landesregierung zum Beispiel zu Familienfeiern an Ostern, aber auch Großveranstaltungen in der Zeit ab Mai, mit Kritik an anderen deutlich zurückzuhalten.

Uns ist wichtig zu betonen: Trotz aller nötigen Einschränkungen ist und bleibt Ostholstein ein Kreis, der mit und vom Tourismus lebt. Viele Arbeitsplätze zwischen Stockelsdorf und Fehmarn hängen davon ab, dass Menschen gerne zu uns kommen und sich hier wohlfühlen.

Nicht alles, was in den letzten Wochen zu beobachten war, passte dazu.
Denunziantentum unter Nachbarn, aber auch Beschimpfungen gegenüber Autofahrern
mit auswärtigen Kennzeichen sind vollkommen fehl am Platz.

In dieser Krise braucht es keine Ellenbogenmentalität, sondern Besonnenheit, Rücksichtnahme und Solidarität von allen Seiten.

Nach der Krise werden wir in Ostholstein über die Frage der Zweitwohnungen noch einmal diskutieren müssen.

Die große Zahl an Zweitwohnungen zeigt, wie attraktiv unser Kreis ist. Dennoch ist diese Zahl nicht nur in der Krise für unser Gesundheitssystem ein potentielles Problem.

Auch in normalen Zeiten sind die vielen Zweitwohnungen eine wichtige Ursache, dass immer mehr Familien, die dauerhaft in Ostholstein leben und arbeiten, große Probleme haben, zu bezahlbaren Preisen Wohnraum zu finden.

Darum werden wir noch viel intensiver als in der Vergangenheit über die Begrenzung von Zweitwohnung und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sprechen müssen.”

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