Bundesweit haben Menschen, die als Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder der damaligen Jugendfürsorge untergebracht waren, in der Zeit von 1949 bis 1975 Leid und Unrecht erfahren.

Dazu gehörten Gewalt, Missbrauch und auch Medikamentenversuche. Mit der Psychiatrie-Enquête 1975, einem Bericht von Sachverständigen im Auftrag des Bundestages, setzten weitreichende Reformen ein.

Gemeinsam mit Bund, Ländern und Kirchen hat Schleswig-Holstein die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ gegründet, um Betroffene zu unterstützen.

Bislang hat diese Stiftung mehr als 8,6 Millionen Euro an ehemalige Opfer ausgezahlt.

Ein weiteres Ziel der Stiftung ist es, öffentlich über die damaligen Zustände in den stationären Einrichtungen zu informieren und daran zu erinnern.

Dazu sollen auch zwei Wettbewerbe beitragen, die das Sozialministerium jetzt ausruft.

Sozialminister Heiner Garg betont: „Kinder und Jugendliche, die damals Hilfe und Schutz erwarteten, haben Leid und Unrecht erfahren. Im Rahmen des Kunstwettbewerbs soll eine Skulptur geschaffen werden, mit der wir ein öffentliches Zeichen der Erinnerung setzen wollen. Wir wollen zudem die Arbeit von Menschen würdigen, die sich aktuell besonders für die Teilhabe von Menschen in stationären Einrichtungen einsetzen.“

Das Sozialministerium hat in Zusammenarbeit mit der Muthesius Kunsthochschule und dem Landesverband Bildendender Künstlerinnen und Künstler den Kunstwettbewerb „Skulptur Leid und Unrecht“ organisiert.

Künstlerinnen und Künstler aus Schleswig-Holstein sind aufgerufen,
Entwürfe für eine Skulptur einzureichen, die an das Schicksal
der Betroffenen erinnern und die historische Verantwortung
dafür zum Ausdruck bringen soll.

Die ausgewählte Skulptur soll nach ihrer Fertigstellung zunächst an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein und anschließend an einem festen Platz aufgestellt werden. Der Wettbewerb wird durch die Stiftung Anerkennung und Hilfe gefördert.

Außerdem werden mit dem „Praxispreis für Innovation und fortschrittliches Engagement“ zudem Projekte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe ausgezeichnet, bei denen die Förderung von Selbstständigkeit, Partizipation und Teilhabe der dort lebenden jungen Menschen besonders im Vordergrund stehen.

Bei diesem Wettbewerb werden drei Preise in den drei verschiedenen
Einrichtungskategorien verliehen, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind.

Ausgezeichnet werden sollen Projekte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit besonders um die Selbständigkeit und Partizipation der bei ihnen lebenden jungen Menschen verdient machen.

Der Wettbewerb wird unterstützt durch das Diakonische Werk Schleswig-Holstein, das Erzbistum Hamburg und die Ärztekammer Schleswig-Holstein.

Für beide Wettbewerbe sind Bewerbungen bis zum 15. September 2020 einzureichen.

Es entscheidet jeweils eine Jury, welche Skulptur ausgewählt wird und welche Projekte ausgezeichnet werden.

Die Prämierung soll am 23. Oktober 2020 im Kieler Landtag stattfinden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/A/aufarbeitung_leid_unrecht.html

Diese Internetseite benutzt Cookies. Um diese Internetseite nutzen zu können, müssen Sie diese Nutzung genehmigen. Weitere Informationen finden Sie in unser Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.

EU Cookie Directive Module Information